Neuseeland – Natur und Mensch im Land der langen weißen Wolke

Für die polynesischen Maori muss es ein überwältigender An-blick gewesen sein, nach einer langen Reise auf See diese lange weiße Wolke zu sehen, wie sie mit den schneebedeckten Berg- ketten verschmolz. Aotearoa, wie sie die beiden Inseln Neuseelands nannten, wurde ihre neue Heimat. Wenige Jahrhunderte

später kamen die ersten Siedler aus Europa. Es entstanden groß- flächige Schafweiden, Obst- und Weinbau-Monokulturen und Städte mit europäischem Flair. Neuseeland, hervorgegangen aus dem Urkontinent Gondwana, ist seit seiner Abspaltung von Australien vor 70 Mio. Jahren gewaltigen Erdkräften ausgesetzt. Bis über 3000 m aufragende Gebirge mit Gletschern, Fjorde, weite Schotterflächen, aktive Vulkane, Erdbeben und die vielen heißen Quellen/Geysire zeugen von den immer noch anhaltenden Vorgängen in der Erdkruste. In den unterschiedlichen Klimazonen, von subtropisch über gemäßigt bis zu hochalpin, entwickelte sich isoliert eine außergewöhnliche Tier- und Pflanzenwelt. 80 % der Pflanzenarten sind endemisch. Vögel entwickelten sich ohne Feinde, einige, so auch der Nationalvogel Kiwi, verlernten wieder das Fliegen. Der Mensch führte neue Pflanzen-/Tierarten ein. Diese verdrängten einheimische Arten. Ratten, Marder, Iltisse, Hunde und Katzen machten sich über Eier und Jungvögel her. Das größte ökologische Problem geht heute von dem Fuchskusu aus. Viele Arten haben nicht überlebt, der legendäre Riesenvogel Moa wurde das Opfer der Nachstellungen des Menschen. Bewundernswert ist das große Engagement staatlicher und privater Naturschutzorganisatoren zum Schutz besonders bedrohter Arten.

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